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Auf der Mauer, auf der Lauer – die wahre Geschichte.

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Auf einer Mauer saß eine Wanze und lauerte. Es war eine kleine Wanze, grade wenige Stunden alt. Sie lauerte auf Beute. Ein Kaninchen oder ein Hund kämen ihr grade recht.

Da kam ein Junge daher. In der Hand hielt er eine Lupe. »Oh, ich werde bewundert.« dachte die Laus. Doch der Junge hatte anderes im Sinn. Mit der Lupe bündelte er das licht der Sonne und versuchte, die kleine Laus zu verbrennen.

Die arme keine Laus rannte voller Todesangst um ihr Leben. Der Junge war jedoch schneller als sie und schnitt ihr mit dem sengenden Lichtpunkt den Weg ab. Entsetzt rannte die Laus in eine andere Richtung davon. Wieder verhinderte der gleißende Lichtstrahl des Todes ihr Entkommen. Die Laus machte kehrt und rannte so schnell sie ihre winzigen Beinchen trugen. Laut lachend schrie der Junge: »Seht euch mal die Wanze an! Wie die Wanze tanzen kann!« Boshaft lachte er und schloß dabei, nur für den Bruchteil einer Sekunde, die Augen.

Diese Gelegenheit, ihr Leben zu retten, nutzte die Laus und rannte auf das Ende der Mauer zu. Blitzschnell schwang sie sich über die Ecke und versteckte sich im Schatten eines Ziegels. Sie hatte es geschafft. Sie war entkommen. Der Junge verzog verdrießlich das Gesicht und ging seines Weges. Die Laus verharrte noch einige Momente in ihrem Versteck. Als sie sich sicher sein konnte, dass die Gefahr vorüber war, kletterte sie wieder auf die Mauer. Das ganze rennen hatte sie hungrig gemacht.

Und auf der Mauer, auf der Lauer, saß die kleine Wanze …

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